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Crotone - Pythagoras und Altlasten

9. Okt.
1 Min. Lesezeit



Liebe Freundinnen und Freunde,


die Stadt Crotone in Kalabrien, in der wir witterungsbedingt fast eine Woche verbringen, hat 58.000 Einwohnende, und ist eine typische süditalienische Stadt, ein bisschen ungepflegt und schmutzig, aber durchaus charmant, und wenn nicht gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt hat - die schwimmenden Plattenbauten kommen aber auch überall hin, und hier bietet sich die Mole des ehemaligen Industriehafens zum Anlegen zu einem günstigen Preis an - frei von Massentourismus.


Ursprünglich war die Stadt, so wie viele in Süditalien Griechisch und trug den Namen Kroton zur Ehre des gleichnamigen griechischen Helden, der hier begraben ist. Um 530 vor Christus lebte hier der Universalgelehrte Pythagoras, der Herr hat mich mt seinem Lehrsatz vom rechtwinkligen Dreieck und den dazugehörigen Berechnungen, die ich ausser in der Schule niemals gebraucht habe, noch über 2500 Jahre später, vor 50 Jahren im Gymnasium genervt.


Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war Crotone ein Zentrum der Chemieindustrie, die brachliegenden Industriestandorte weisen eine sehr hohe Kontamination mit Schwermetallen und Asbest auf, die Rate der Krebserkrankungen bei der Bevölkerung ist um 30% höher als anderswo und die "Lost Places" ausserhalb der Stadt zu erkunden - wie es heute bei jungen Menschen sehr beliebt ist - ist keine gute Idee, einzig der Kai im Hafen, wo früher Chemikalien verladen wurden, wird heute für die Tourismusindustrie und ihre Monsterschiffe benutzt - von Chemiefässern zu Touristen mit Körpern in der Form von Fässern, ob das eine Verbesserung ist, sei dahingestellt.

 
 
 

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